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Wohnung streichen lassen: Kosten & Ablauf

Was es kostet, die eigene Wohnung professionell streichen zu lassen und worauf es beim Ablauf ankommt.

Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen?

Streichen ist die günstigste Art, eine Wohnung sichtbar aufzufrischen. Trotzdem unterscheiden sich die Preise erheblich, je nach Zustand der Wände und gewünschtem Ergebnis. Als grober Richtwert für 2026 gelten in Ostwestfalen-Lippe etwa 8 bis 18 Euro pro Quadratmeter Wandfläche für das reine Streichen mit zwei Anstrichen. Wer diese Spanne sieht, fragt sich oft, warum sie so breit ist. Die Antwort steckt in den Vorarbeiten und im gewünschten Endergebnis, die wir uns in diesem Ratgeber Schritt für Schritt ansehen.

Der Preis bezieht sich auf die zu streichende Fläche, nicht auf die Wohnfläche. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung hat je nach Raumhöhe und Zuschnitt rund 170 bis 200 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche. Bei einem mittleren Preis von 12 Euro liegen Sie also bei rund 2.000 bis 2.400 Euro, sofern keine größeren Vorarbeiten nötig sind.

Liegt nur eine einzelne Wand oder ein einzelner Raum an, steigt der Quadratmeterpreis tendenziell, weil Anfahrt, Abkleben und Einrichten anteilig stärker ins Gewicht fallen. Eine komplette Wohnung lässt sich pro Quadratmeter günstiger streichen als ein einzelnes Zimmer.

Eine kleine Faustregel hilft beim Überschlagen der Fläche. Multiplizieren Sie die Wohnfläche grob mit dem Faktor zweieinhalb bis drei, dann erhalten Sie eine ungefähre Wandfläche bei normaler Raumhöhe. Bei höheren Altbauräumen mit Decken über drei Metern liegt der Faktor höher. Decken werden meist mitgestrichen, vor allem wenn sie vergilbt sind oder bei einem Mieterwechsel ein einheitliches Bild gewünscht ist. Ob die Decke mit muss, klären wir beim Aufmaß, denn sie macht einen spürbaren Anteil der Gesamtfläche aus.

  • Reines Streichen (2 Anstriche): ca. 8 bis 18 Euro/qm Wandfläche
  • 70-qm-Wohnung komplett: grob 2.000 bis 2.400 Euro
  • Einzelraum: höherer qm-Preis durch fixe Nebenkosten

Vorarbeiten: Hier entstehen die eigentlichen Kosten

Den größten Unterschied im Preis machen nicht die Anstriche, sondern die Vorarbeiten. Eine glatte, intakte Wand ist schnell gestrichen. Bei einer Wand mit Löchern, Rissen, alten Tapeten oder Nikotinflecken steigt der Aufwand deutlich.

Tapeten entfernen kostet je nach Haftung und Anzahl der Schichten zusätzlich etwa 4 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Das Verspachteln von Löchern und Rissen, das Schleifen und Grundieren kommt obendrauf. Bei stark vergilbten oder verrauchten Wänden ist eine Isoliergrundierung nötig, damit nichts durchschlägt.

Soll die Wand am Ende richtig glatt wirken, etwa für ein modernes, ruhiges Erscheinungsbild, ist eine Spachtelung in Qualitätsstufe Q3 oder höher sinnvoll. Das ist Handarbeit und erhöht den Quadratmeterpreis spürbar, sorgt aber für ein sauberes Ergebnis ohne sichtbare Übergänge im Streiflicht.

Auch der Untergrund selbst entscheidet über den Aufwand. Eine Raufaser nimmt Unebenheiten optisch auf und lässt sich problemlos überstreichen. Eine glatte, bereits gestrichene Wand verzeiht dagegen keine Fehler und verlangt eine sorgfältige Vorbereitung. Bei alten Ölfarben, Leimfarben oder kreidenden Anstrichen ist eine spezielle Grundierung Pflicht, sonst hält die neue Farbe nicht. Diese Dinge sieht man der Wand von außen oft nicht an, weshalb wir den Untergrund beim Aufmaß immer genau prüfen, statt ihn zu schätzen.

  • Tapeten entfernen: ca. 4 bis 10 Euro/qm zusätzlich
  • Spachteln, Schleifen, Grundieren je nach Zustand
  • Isoliergrundierung bei Nikotin- oder Wasserflecken
  • Q3-Glättung für besonders glatte Optik

Anzahl der Anstriche und Farbwahl

Standard sind zwei Anstriche. Damit wird in den meisten Fällen ein gleichmäßiges, deckendes Ergebnis erreicht. Bei einem Farbwechsel von Dunkel auf Hell oder bei kräftigen Farbtönen kann ein dritter Anstrich nötig sein, was den Preis erhöht. Wer von einer roten oder dunkelblauen Wand zurück auf Weiß möchte, sollte mit Mehraufwand rechnen, weil die alte Farbe sonst durchscheint.

Auch die Farbqualität spielt mit. Hochwertige Innenfarben decken besser, spritzen weniger und halten länger sauber. Bei stark beanspruchten Bereichen wie Fluren oder Kinderzimmern lohnt sich eine scheuerbeständige Farbe. Wir beraten Sie, welche Farbe zu Ihrem Raum und Ihrem Budget passt.

Bei kräftigen oder dunklen Wunschfarben sollten Sie einkalkulieren, dass der Materialverbrauch und gegebenenfalls die Zahl der Anstriche steigt. Ein professioneller Auftrag mit Rolle oder im Airless-Verfahren sorgt für ein gleichmäßiges Bild ohne Ansätze.

Das Airless-Verfahren lohnt sich vor allem bei großen, zusammenhängenden Flächen und in leeren Wohnungen vor dem Einzug. Die Farbe wird unter Druck fein verteilt, das geht schnell und liefert ein besonders gleichmäßiges Ergebnis. In bewohnten Räumen mit viel Mobiliar arbeiten wir oft klassisch mit Rolle und Pinsel, weil der Aufwand fürs Abdecken sonst den Zeitvorteil auffrisst. Welches Verfahren für Ihre Wohnung sinnvoll ist, entscheiden wir vor Ort nach Fläche, Möblierung und gewünschtem Finish.

Renovierungsklausel und Schönheitsreparaturen im Mietrecht

Viele Mieter streichen vor dem Auszug, weil sie eine Klausel im Mietvertrag dazu verpflichtet. Hier ist Vorsicht geboten, denn nicht jede Klausel ist wirksam. Die Rechtsprechung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche pauschale Renovierungsklauseln gekippt. Das ist allerdings eine rechtliche Frage, und wir geben hier ausdrücklich keine Rechtsberatung.

Grundsätzlich gilt: Sogenannte Schönheitsreparaturen wie Streichen können im Mietvertrag auf den Mieter übertragen werden, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Starre Fristen oder die Pflicht, in einer bestimmten Farbe zu streichen, sind häufig unwirksam. Wenn die Wohnung unrenoviert übergeben wurde, ist eine Endrenovierungsklausel oft nicht durchsetzbar.

Wenn Sie unsicher sind, ob und wie Sie streichen müssen, klären Sie das im Zweifel mit einem Mieterverein oder einer Rechtsberatung. Steht dann fest, dass gestrichen werden soll, übernehmen wir die Arbeit fachgerecht und in der mit dem Vermieter abgestimmten neutralen Farbgebung, in der Regel ein helles, deckendes Weiß.

  • Schönheitsreparaturen können auf Mieter übertragen werden
  • Pauschale oder starre Fristen-Klauseln sind oft unwirksam
  • Bei unrenovierter Übergabe häufig keine Endrenovierungspflicht
  • Im Zweifel Mieterverein oder Rechtsberatung fragen

So läuft das Streichen mit dem Profi ab

Ein sauberer Ablauf spart Zeit und sorgt für ein gutes Ergebnis. Am Anfang steht das Aufmaß vor Ort. Wir sehen uns die Wände an, prüfen den Zustand und besprechen Ihre Farbwünsche. Auf dieser Basis erstellen wir einen verbindlichen Festpreis, sodass Sie nicht mit Überraschungen rechnen müssen.

Vor dem Streichen wird der Raum geschützt. Möbel werden abgedeckt oder zur Seite gerückt, Böden abgeklebt, Steckdosen und Leisten geschützt. Dann folgen die Vorarbeiten: ausbessern, schleifen, grundieren. Erst wenn der Untergrund stimmt, kommt die Farbe. Dieser geschützte Aufbau verhindert Farbspritzer auf Möbeln und Boden und sorgt für saubere Kanten an Decken, Fenstern und Türrahmen.

Wir streichen sauber in zwei Durchgängen, lassen die nötige Trocknungszeit und kontrollieren das Ergebnis im Tageslicht. Zum Schluss räumen wir die Baustelle besenrein auf. Bei einer durchschnittlichen Wohnung dauert das Streichen je nach Umfang und Vorarbeiten ein bis mehrere Arbeitstage. Den genauen Ablauf und einen festen Termin stimmen wir vorab mit Ihnen ab, damit Sie planen können.

  • Aufmaß vor Ort und verbindlicher Festpreis
  • Schutz von Möbeln, Böden und Leisten
  • Vorarbeiten: ausbessern, schleifen, grundieren
  • Zwei Anstriche mit ausreichender Trocknungszeit
  • Besenreine Übergabe nach Abschluss

Selbst streichen oder streichen lassen?

Streichen gilt als die Heimwerkerarbeit schlechthin. Eine kleine, intakte Wand in heller Farbe ist für geübte Hände tatsächlich gut selbst zu schaffen. Sobald es aber um eine ganze Wohnung, hohe Decken, Vorarbeiten oder einen Farbwechsel geht, zeigt sich der Unterschied zwischen Eigenleistung und Profiarbeit schnell im Ergebnis.

Wer selbst streicht, spart den Arbeitslohn, zahlt aber mit Zeit und Material. Eine vergessene Grundierung, ungleichmäßiger Farbauftrag oder schlecht abgeklebte Kanten fallen im Streiflicht sofort auf und lassen sich nachträglich nur schwer korrigieren. Außerdem brauchen Sie das richtige Werkzeug, von der passenden Rolle über Abdeckmaterial bis zur Leiter für hohe Räume. Rechnet man Material, Zeit und das Risiko von Nacharbeiten zusammen, ist der Preisvorteil der Eigenleistung kleiner, als viele denken.

Ein sinnvoller Mittelweg ist die Aufteilung. Sie übernehmen die einfachen Arbeiten wie Möbel rücken, ausräumen und grobes Abkleben, der Profi erledigt die heiklen Schritte wie Spachteln, Grundieren und das saubere Streichen der sichtbaren Flächen. So senken Sie die Kosten, ohne beim Ergebnis Abstriche zu machen. Beim Aufmaß besprechen wir gern, welche Aufteilung für Ihre Wohnung sinnvoll ist.

Ein letzter Gedanke zum richtigen Zeitpunkt. Am einfachsten lässt sich eine Wohnung im leeren Zustand streichen, also vor dem Einzug oder nach dem Auszug. Dann müssen keine Möbel geschützt oder verschoben werden, der Maler kommt frei an alle Flächen, und das Airless-Verfahren kann seine Vorteile ausspielen. In einer bewohnten Wohnung ist das Streichen ebenfalls möglich, dauert aber länger, weil der Schutz von Mobiliar und Boden Zeit kostet. Wenn Sie ohnehin umziehen oder einen Mieterwechsel planen, nutzen Sie das leere Fenster für die Malerarbeiten. Das spart Aufwand und sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis, weil ungestört in einem Zug gearbeitet werden kann.

  • Kleine intakte Wand: gut selbst machbar
  • Ganze Wohnung mit Vorarbeiten: Profi spart Ärger
  • Mittelweg: einfache Arbeiten selbst, heikle vom Profi
  • Eigenleistung kostet Zeit, Material und birgt Nacharbeits-Risiko

Häufige Fragen

Was kostet es, eine 70-qm-Wohnung streichen zu lassen?

Bei rund 170 bis 200 Quadratmetern Wandfläche und einem mittleren Preis von etwa 12 Euro pro Quadratmeter liegen Sie grob bei 2.000 bis 2.400 Euro für zwei Anstriche, wenn keine größeren Vorarbeiten nötig sind. Tapeten entfernen oder Spachteln erhöht den Preis. Den genauen Wert nennen wir nach dem Aufmaß.

Warum ist ein einzelner Raum pro Quadratmeter teurer?

Anfahrt, Einrichten, Abkleben und Schutzmaßnahmen fallen auch bei kleinen Flächen an. Diese fixen Nebenkosten verteilen sich bei einem Einzelraum auf weniger Quadratmeter und treiben so den Preis pro Quadratmeter nach oben. Eine komplette Wohnung ist anteilig günstiger.

Muss ich als Mieter beim Auszug streichen?

Das hängt vom Mietvertrag ab. Schönheitsreparaturen können wirksam übertragen werden, viele pauschale oder starre Klauseln sind aber unwirksam, ebenso oft eine Endrenovierungspflicht bei unrenoviert übergebener Wohnung. Das ist eine rechtliche Frage; wir geben dazu keine Rechtsberatung, im Zweifel hilft ein Mieterverein.

Reichen zwei Anstriche aus?

In den meisten Fällen ja. Zwei Anstriche ergeben ein gleichmäßiges, deckendes Ergebnis. Bei einem Wechsel von Dunkel auf Hell oder bei kräftigen Farbtönen kann ein dritter Anstrich nötig sein. Hochwertige Farbe deckt besser und reduziert in manchen Fällen den Aufwand.

Wie lange dauert das Streichen einer Wohnung?

Je nach Umfang und Vorarbeiten ein bis mehrere Arbeitstage. Sind die Wände in gutem Zustand, geht es schnell. Müssen Tapeten ab, Risse verspachtelt und grundiert werden, kommen die Trocknungszeiten dazu. Den genauen Zeitrahmen besprechen wir beim Aufmaß.

Übernehmen Sie auch die Vorarbeiten?

Ja. Wir entfernen alte Tapeten, spachteln Löcher und Risse, schleifen und grundieren den Untergrund. Erst wenn die Wand vorbereitet ist, streichen wir. So entsteht ein sauberes, langlebiges Ergebnis ohne durchschlagende Flecken oder sichtbare Übergänge.

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